Cashu vom Seckeler Berg

geb.12.03.2006

Ich weiß noch genau wie damals am 13. März morgens um halb 10 Uhr mein Telefon klingelte und ich noch ganz verschlafen abnahm. Am anderen Ende die vergnügte Stimme von Christa Vogt: Hey Jana, Bee hat 10 Welpen, du kannst einen Rüden haben, denk dir einen schönen Namen mit “C” aus. Ich war sofort knallwach!! Endlich, nach vier Jahren ohne Hund ist nun mein Hund geboren, die Freude war riesig!!!

8 Wochen später holte ich dann meinen Picardrüden Cashu vom Seckeler Berg nach Berlin. Von Anfang an war und ist er noch immer ein sehr “redseliger” Hund. Alles muss kommentiert werden, wenn ich mit dem Auto nicht den gewohnten Weg nach Hause fahre beschwert er sich  oder wenn wir zu Freunden fahren, dann wird an einer ihm bekannten Kreuzung freudig gequietscht. Ich frage mich immer, woher weiß er das alles? Manchmal starrt er mit leisem Gequatsche seinen Wassernapf an und hofft das er ihm entgegen kommt – passiert nie ….

Leider hat Cashu, nach einem Wohnungswechsel, ein großes Problem mit dem Alleinsein, alles Training hat nichts genützt, er heult das ganze Haus zusammen.  Er hat sich durchgesetzt und geht tagsüber, wenn ich die Hundekuchen verdiene, zu einer Freundin in die Betreuung. Dort hat er viele Hundekumpels, ist dann abends immer sehr hungrig und müde von den vielen Spaziergängen, dem Rumgetobe, den Streicheleinheiten und dem „Ohrengelutsche“ (man nennt ihn auch Doktor Ohr).

Mit anderen Hunden verträgt er sich recht gut, besonders die Damenwelt wickelt er schnell um die Pfote, kastrierte Rüden mag er sehr als „Tobekumpels“ und die ” richtigen ” Rüden will er maßregeln – da wird es dann schwierig.

Im Hundesport haben wir uns auch ein paar Jahre versucht, Agility und Training für die Begleithundeprüfung standen 2 bis 3 mal die Woche auf dem Plan, aber wir merkten dann doch irgendwann, dass dies nichts für uns ist. Jetzt machen wir ab und zu Mantrailing oder auch mal Rettungshundetraining mit Züchtermutti Christa, da haben wir beide Spaß daran . Zuhause gibt’s dann auch noch ein paar Leckerchenspiele verknüpft mit Kunststücken, dass findet er auch immer ganz prima.

Bei Ausstellungen präsentiert er sich recht lustlos, das gewünschte Üben von den Richtern hat nicht viel Sinn gemacht, er findet dies einfach blöde und kann das auch nicht verbergen.

2009 hat Cashu seinen Verhaltenstest bestanden und die Zuchtzulassung erhalten. Im April 2012 kam dann die erste Anfrage zum Decken. Also machten wir uns (ausnahmsweise) auf den Weg zu seiner Hündin Coco (Bagel des toutous Malis) und flux sind 10 Welpen entstanden.

Cashu ist ein  freundlicher, sehr ehrlicher  aber auch zurückhaltender  Hund, manchmal hat er seine 5 Minuten und da fliegen auch schon mal die Kaustangen umher oder sein Welpenquietschknochen wird erbarmungslos gefoltert bzw. unsere Ohren. Er hört und sieht alles, nichts darf ihm entgehen und muss kommentiert werden, der geborene „Kontrolletti“. Ein Hund mit Ecken und Kanten, der die Gesellschaft von Menschen und Hunden liebt. Jede Gefühlsregung kann man gut an seinem breiten Schädel ablesen, da verdeckt auch sein zotteliges Fell nix.

Er ist ein guter und geduldiger Begleiter, Hauptsache ist er darf mit. Im Restaurant liegt er geduldig unter dem Tisch, im Einkaufszentrum trottelt er artig neben uns her und schaltet in den „doof Modus“.

Manchmal darf Cashu mit zur Arbeit in den Tierpark, dann hat er es immer ganz eilig zu seinen Ziegen zu kommen und alle anderen Tiere auf dem Weg dorthin werden überhaupt nicht beachtet. Er liebt es den Ziegenstall zu untersuchen und würde am liebsten den ganzen Tag dort verbringen.

Vielleicht liegt es an den ganzen Gerüchen die er seit Welpenalter kennt. Sehr froh bin ich, dass er im Wald nicht das Bedürfnis nach Jagen hat.

Fressen findet er nicht so wichtig, aber den Nachtisch wie Kaustangen, Pansen oder Lunge findet er großartig. Leckerchen von anderen Leuten müssen erst einmal genauestens untersucht werden. Ganz wichtig – Oma Tascha muss ihm das zugeflüstert haben: Junge du musst alles 32mal schön zerkauen. Futterneid kennt er nicht, er teilt gern und wird auch oft dreist von unserer Nachbarshündin beklaut, auch das ist okay.

Cashu hat auch das Glück, dass hier in Berlin eine wirklich nette Picardhündin  namens “Crêpe” wohnt, mit der Kleinen hat er immer viel Spaß, da wird endlich mal so richtig wild getobt ohne das einer gleich schreit – ihr wisst was ich meine……

Ich habe den Hund bekommen den ich wollte, einen richtigen Kerl und raubeinigen Charmbolzen!

Jana Simon mit Cashu vom Seckeler Berg

janacashu@yahoo.de